Oldeuropeanhomearchivregisterimpressumkontakt
Jean Baudrillard says...
Archives This page is powered by Blogger. Isn't yours?
11.6.03
Rumsfeld says:
 
Es legt den Schluss nahe, dass die Unterscheidung zwischen dem alten und neuen Europa heute nicht wirklich Sache des Alters oder Größe oder Geografie ist. Es ist eine Frage der Haltung - der Vision, die Länder zusammenbringt zu einem transatlantischem Verhältnis.

Gerrit says:
 


Gerrit says:
 
Dann wäre das, was wir als Kultur empfinden, das Weiterwachsen der Fingernägel.
"Aber eine Struktur wie die Vereinigten Staaten von Europa sieht auch nicht erstrebenswert aus – gemessen an Amerika sind wir untereinander zu verschieden. Zwischen Kiel und Hamburg liegt eine größere Entfernung als zwischen Boston und San Francisco. Und dann habe ich von Hódmezövásárhely noch gar nicht gesprochen. Womöglich wurde Europa bislang durch die Diktaturen auch geistig zusammengehalten. Durch den Widerstand gegen die Diktaturen. Aber was ist nun nach 1989? Wo befinden sich die Werkstätten für ein organisches Denken, von denen ein Europa-Bild ausgehen könnte? Solche Werkstätten gibt es nicht. Ohnehin fürchten wir uns - zurecht - vor Visionen. Wäre ich apokalyptischer veranlagt, würde ich Europa und den europäischen Geist als einen Toten beschreiben, und dann wäre das, was wir als Kultur empfinden, das Weiterwachsen der Fingernägel." (Péter Esterházy: Wir Störenfriede - Wie groß ist der europäische Zwerg?, Süddeutsche Zeitung 11. Juni 2003)

Gerrit says:
 
"Amerika war in unseren Augen nie eine Großmacht, sondern immer schon ein Traum. Ein wichtiger Traum, der Fürst auf dem Schimmel, der uns entgegen reitet, um uns abzuholen. Ihm wäre dergleichen niemals in den Sinn gekommen (zum Beispiel 1956), doch hat sich für ihn dadurch vom Status her kaum etwas verändert. Die Arroganz dieser Großmacht konnten wir unsererseits nicht unmittelbar empfinden, aber auch nicht die schwere Last der empfangenen Hilfe. Bei uns gab es kein 1968, es gab keine Studentenbewegung, keine Aufarbeitung der Vergangenheit. In einer Diktatur gibt es nichts außer Diktatur. Und Menschen." (Péter Esterházy: Wir Störenfriede - Wie groß ist der europäische Zwerg?, Süddeutsche Zeitung 11. Juni 2003)

Gerrit says:
 
"Zwar sehe ich keinen ernst zu nehmenden Grund, die neue Aufteilung (Kern – Nicht Kern) nicht mit den Wörtern erstklassig - zweitklassig zu übersetzen, aber ich möchte nicht auf diese üblich osteuropäische, ewig gekränkte Art sprechen." (Péter Esterházy: Wir Störenfriede - Wie groß ist der europäische Zwerg?, Süddeutsche Zeitung 11. Juni 2003)

Gerrit says:
 
Vor einigen Monaten bin ich ein Neuer Europäer geworden
"Früher war ich ein Osteuropäer, dann wurde ich in den Rang eines Mitteleuropäers erhoben, das waren schöne Zeiten (wenn auch nicht unbedingt meine persönlichen), es gab Centreljuropdriems, und Visionen und Bilder von der Zukunft, alles (alles, was man für einen Round Table benötigt, aber das ist schnell und ungerecht gesagt). Vor einigen Monaten bin ich ein Neuer Europäer geworden, doch bevor ich mich an diesen Zustand hätte gewöhnen oder ihn hätte ablehnen können, bin ich nun ein Nicht-Kerneuropäer. Mir ergeht es ähnlich wie einem, der immer in Munkács lebt, sein Leben lang Munkács nicht verlassen hat, und dennoch mal Ungar, mal Tschechoslowake, mal Sowjetbürger, dann wieder ein ukrainischer Staatsbürger ist. In unserer Gegend wird man auf diese Weise ein Kosmopolit." (Péter Esterházy: Wir Störenfriede - Wie groß ist der europäische Zwerg?, Süddeutsche Zeitung 11. Juni 2003)

9.6.03
Gerrit says:
 

Ernst Stark, o.T., 2003

Gerrit says:
 
In London wie in Berlin, Paris oder Washington
"Keiner kann mehr die Augen davor verschließen, dass sich die demokratische Politik des 21. Jahrhunderts in einer Medienwelt der virtuellen Realität entfaltet, in der Auftritt und Schein den Vorrang vor der Wirklichkeit genießen. Das zeitgemäße Genre der Politik ist weder das Faktum noch die Fiktion, sondern die Faktion: Dokumentieren und Dramatisieren in einem, rund um die Uhr. Es ist nicht die Welt des Newspeak, sondern der News- Konzerne. Und sie wird nicht beherrscht von einer totalitären Bürokratie, sondern von einem vertraulichen, habituellen Zusammenspiel von Politikern, Spin-Doktoren, PR-Experten und Journalisten der Medienkonzerne, ein Spiel, das in London so funktioniert wie in Berlin, Paris oder Washington. Auf der Website von Rupert Murdochs News Corporation (www.newscorp.com) findet sich das Manifest der großen Mission: 'So wie unsere Unternehmen die Welt umspannen, umspannt unsere Vision Kunst und Humor, Kühnheit und Mitgefühl, Information und Innovation ... Jeden Tag erfüllen unsere Autoren und Schauspieler, Drucker und Hersteller, Reporter und Direktoren, indem sie Hunderte von Millionen Leute unterhalten und aufklären, unsere Mission'. Aufklärung, in der Tat." (Timothy Garton Ash: Es existiert gar nicht - Kampf der Matrix in der Politik, Süddeutsche Zeitung vom 7.6.2003)